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Ein Durchbruch in doppelter Hinsicht Liga begrüßt Pläne zur Verbesserung der Betreuungssituation in Sachsens Kitas

Der am 23.10.2014 vorgestellte Koalitionsvertrag für die Bildung der neuen sächsischen Staatsregierung legt nach Ansicht der Wohlfahrtsverbände einen deutlichen und wichtigen Schwerpunkt im Sozialbereich.

„Nicht nur vom Textumfang her, auch von der breitbandigen Perspektive auf das Sozialwesen, dem
Bekenntnis zur Subsidiarität und der Partnerschaft mit der Zivilgesellschaft spricht die Vorlage eine
Sprache des Respekts und der Wertschätzung für soziale Arbeit. Wir lesen das mit Freude“, so
Karlheinz Petersen, Vorsitzender der Liga der Freien Wohlfahrtspflege Sachsens und AWO
Landesgeschäftsführer. So enthalte der Vertrag beispielsweise anders als sein Vorgänger von 2009
wieder das Wort Armut und verpflichte die Koalition zur Aktivität des Freistaats. (S. 49)

„Wir werden das Papier aufmerksam studieren und in den nächsten Tagen aus Sicht der Wohlfahrt
bewerten“, kündigt Petersen an. Beide Parteivorsitzende benannten die Kita-Qualität jeweils als erstes
Thema in der gemeinsamen Pressekonferenz und kündigten die Verbesserung des Betreuungsschlüssels für Kindergärten und Kinderkrippen in der nächsten Legislatur auf 1:12 bzw. 1:5 an. (S. 16-17)

„In unseren Augen ist das nach langen Jahren der Kampagnen und Initiativen für die frühkindliche
Bildung der ersehnte Durchbruch“, macht Petersen deutlich: „Erstens gibt es eine gesetzliche und
landesweite Verbesserung, damit die Anerkennung der Notwendigkeit besserer Rahmenbedingungen
und kein Projektkleinklein mehr. Zweitens trägt der Freistaat die Kosten dafür allein und bekennt sich
damit zu seiner Verantwortung für die tatsächliche Umsetzung des Sächsischen Bildungsplans.“

„An dieser Stelle ist allen Eltern, Erzieher/innen, Trägern, Gewerkschaften und Verbänden herzlich zu
danken, die seit 2009 einen langen Atem bewiesen und das Thema wieder und wieder auf die
Tagesordnung setzten. Sie haben deutlich gemacht, dass Kinder Zeit brauchen und gute Bedingungen
in den Kitas. Das Ausmaß dieses zivilgesellschaftlichen Engagements war und ist beeindruckend. Wir
erleben deshalb dieses Ergebnis auch als Anerkennung des vielfältigen und persönlichen
Engagements für die Kinder in Sachsen.“

Natürlich wird mit der Ankündigung der Schlüsselverbesserung nicht der ganze Forderungskatalog der
Liga erfüllt. Petersen: „Die Horte und eine anerkannte Vor- und Nachbereitungszeit, die sich auf alle
drei Kita-Arten positiv auswirkt, werden im Koalitionsvertrag nicht erwähnt. Die einzelnen
Verbesserungsschritte selbst sind erkennbar über fünf Jahre gestreckt, was für die Krippe noch eine
ganze „Kindergeneration“ unter alten Bedingungen mit sich bringt. Wir verbinden mit dem jetzt erzielten Durchbruch aber die Hoffnung, dass es weitere Schritte auf dem Weg in eine zukunftsfeste
frühkindliche Bildung in Sachsen geben wird und werden dies aufmerksam begleiten.“

Die Kita-Zielstellungen der Liga auf einen Blick: www.weil-kinder-zeit-brauchen.de

12. November 2014 18:31 Uhr. Alter: 3 Jahre