Sinnbildlich „Der Politik auf die Sprünge helfen“ wollen am kommenden Mittwoch, den 13. Juni von 15 bis 17 Uhr die sächsischen Wohlfahrtsverbände, Elternbeiräte und die GEW, die mit einer Hüpfburg-Aktion vor dem Sächsischen Landtag auf die nach wie vor bestehenden schlechten Rahmenbedingungen in sächsischen Kindertagesstätten aufmerksam machen und mit der Kampagne „Weil Kinder Zeit brauchen“ u.a. einen besseren Personalschlüssel für Sachsens Kitas fordern. Zum Hüpfen stehen sieben verschiedene Hüpfburgen bereit – sogar die Parlamentarier selbst können sich an „Große Sprünge für die Kleinen“ wagen.

"Frühkindliche Bildung ist eine Mammutaufgabe und sie benötigt gute Rahmenbedingungen. Die sächsischen Betreuungsschlüssel für Krippe, Kindergarten und Hort gehören zu den schlechtesten bundesweit", so der Vorsitzende der Liga der Freien Wohlfahrtspflege und Vorstandsvorsitzende des DRK Landesverbandes Sachsen e.V., Rüdiger Unger "In der Kita-Wirklichkeit kommen sogar noch mehr Kinder auf eine Erzieherin, weil der gesetzliche Schlüssel Urlaub, Krankheit und Fortbildung nicht berücksichtigt."

Die Kampagne fordert daher die schrittweise Senkung des Personalschlüssels in der Krippe von 1:6 auf 1:4, im Kindergarten von 1:13 auf 1:10 und im Hort von 1:20 auf 1:16. Weitere Forderungen betreffen u.a. die Vor- und Nachbereitungszeit der Erzieherinnen und Erzieher sowie die Kita-Fachberatung.

Darf man eine Qualitätsdebatte im Angesicht fehlender Kita-Plätze und einer bundesweiten Diskussion um das Betreuungsgeld führen? "Man muss", ist Unger überzeugt: "Es gilt die Arbeitsbedingungen in den Kitas zu verbessern, um dem Fachkräftemangel entgegen zu wirken.

Die Kampagne "Weil Kinder Zeit brauchen" soll ein öffentliches Bewusstsein für die notwendigen Verbesserungen der Kita-Rahmenbedingungen schaffen. Mit Plakaten, Postkarten und vielen Aktionen sowie Veranstaltungen vor Ort werden die etwa 1.000 sächsischen Kindertageseinrichtungen in freier Trägerschaft Mandats- und Entscheidungsträger des Landes und der Kommunen mit der Problemstellung konfrontieren und die Öffentlichkeit informieren. Kommunale Kitas beteiligen sich ebenfalls über die Elternbeiräte und die Personalvertretungen.

Mehr erfahren Sie auch im Internet: www.weil-kinder-zeit-brauchen.de

Die Forderungen der Kampagne auf einen Blick:

- Senkung des Personalschlüssels in der Krippe von 1:6 auf 1:4 im Kindergarten, von 1:13 auf 1:10 im Hort, von 1:20 auf 1:16 (Reell ist die Fachkraft-Kind-Relation noch deutlich schlechter, da im gesetzlichen Schlüssel Fehlzeiten u.a. wegen Urlaub und Krankheit nicht berechnet sind.)
- Berücksichtigung der Zeit für Vor- und Nachbereitung als 20 % der Arbeitszeit
- auf 100 Kita-Plätze muss eine Freistellung für die Kita-Leitung erfolgen
- ein dichteres Netz der Fachberatung und Weiterbildung