Liga vor Haushaltsklausur: Soziales stärkt Wirtschaft und Zusammenhalt
Vor der Kabinettsklausur zum Doppelhaushalt 2027/2028 appelliert die Liga der Freien Wohlfahrtspflege Sachsen an die Staatsregierung, soziale Infrastruktur als entscheidenden Faktor für die Zukunftsfähigkeit des Freistaates zu stärken. Die Liga begrüßt dabei ausdrücklich die angekündigte zeitlich begrenzte Kreditaufnahme in Höhe von rund 1,4 Milliarden Euro für die Jahre 2027 und 2028.
Vor der Kabinettsklausur zum Doppelhaushalt 2027/2028 appelliert die Liga der Freien Wohlfahrtspflege Sachsen an die Staatsregierung, soziale Infrastruktur als entscheidenden Faktor für die Zukunftsfähigkeit des Freistaates zu stärken. Die Liga begrüßt dabei ausdrücklich die angekündigte zeitlich begrenzte Kreditaufnahme in Höhe von rund 1,4 Milliarden Euro für die Jahre 2027 und 2028.
„Die aktuellen Herausforderungen lassen sich nicht allein mit Sparlogik beantworten“, erklärt Dietrich Bauer, Vorsitzender der Liga der Freien Wohlfahrtspflege in Sachsen. „Wer den Freistaat wirtschaftlich stark halten will, muss gleichzeitig in soziale Stabilität, Fachkräftesicherung und funktionierende Daseinsvorsorge investieren. Denn: Wirtschaft wächst mit Wohlfahrt. Die Verhandlungen zum Doppelhaushalt entscheiden nicht nur über Zahlen, sondern über die Zukunftsfähigkeit unseres Landes.“
Die Verbände der Freien Wohlfahrtspflege sehen sich dabei ausdrücklich als konstruktive Partner der Politik. Gemeinsam mit dem Freistaat tragen sie Verantwortung für sozialen Zusammenhalt, Teilhabe und stabile Lebensverhältnisse in Stadt und Land. In einem Schreiben an die Abgeordneten des Sächsischen Landtages hatte die Liga bereits im Vorfeld der Haushaltsberatungen darauf hingewiesen, dass soziale Infrastruktur kein reiner Kostenfaktor, sondern ein zentraler Standortfaktor ist.
„Verlässliche Kitas, funktionierende Hilfesysteme, Pflegeangebote oder Beratungsstellen schaffen die Voraussetzungen dafür, dass Menschen arbeiten, Familien entlastet werden und Regionen attraktiv bleiben“, so Bauer weiter. Kürzungen im sozialen Bereich hätten deshalb langfristige Folgen – auch wirtschaftlich. „Gerade in Zeiten knapper Kassen kommt es darauf an, bewährte Strukturen zu sichern und ihre Erosion zu verhindern“, betont Bauer. „Es hilft niemandem, neue Programme aufzulegen, während bestehende Angebote vor Ort wegbrechen.“
Zugleich sieht die Liga die anstehenden Haushaltsverhandlungen als Chance, notwendige Reformen gemeinsam anzugehen. Dazu gehören aus Sicht der Wohlfahrtsverbände insbesondere Bürokratieabbau, verlässlichere Förderstrukturen und eine stärkere Einbindung der Praxis in politische Entscheidungen. „Wir erleben vielerorts, dass wertvolle Ressourcen in komplizierten Verfahren und kurzfristigen Projektlogiken gebunden werden“, erklärt Bauer. „Gerade in Zeiten großer finanzieller und gesellschaftlicher Herausforderungen braucht es einen starken Schulterschluss zwischen Politik, Kommunen und freier Wohlfahrtspflege.“ Ziel müsse ein Doppelhaushalt sein, der finanzielle Verantwortung mit sozialer und wirtschaftlicher Zukunftsfähigkeit verbindet.
Besonders mit Blick auf Kinder und Jugendliche mahnt die Liga zu nachhaltigen Entscheidungen. Angebote der Kinder- und Jugendhilfe, Schulsozialarbeit oder Suchthilfe seien präventive Investitionen in gesellschaftliche Stabilität und Zukunftschancen. „Prävention mindert unnötige Leiderfahrungen und spart mittel- und langfristig öffentliche Mittel“, so Bauer. „Wer bei jungen Menschen spart, spart an der Zukunft Sachsens.“
