Wirtschaft wächst mit Wohlfahrt: Kinder- und Jugendhilfe sichert Zukunftschancen in Sachsen
Kinder- und Jugendhilfe – ein Arbeitsfeld, das Familien unterstützt, Bildungschancen verbessert und soziale Teilhabe ermöglicht. Ihre Angebote reichen von Hilfen zur Erziehung über Kindertagesbetreuung, bis hin zu Schulsozialarbeit, offener Jugendarbeit und zur Familienbildung.
Mit Blick auf die Beratungen zum sächsischen Doppelhaushalt 2027/28 legt die Liga der Freien Wohlfahrtspflege Sachsen noch einmal den Fokus auf die Menschen, die Unterstützung am dringendsten brauchen. „Mögliche Kürzungen in der sozialen Infrastruktur treffen nicht nur vulnerable Menschen, sondern schwächen langfristig auch Wirtschaft, Arbeitsmarkt und den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Wirtschaft wächst mit Wohlfahrt – deshalb braucht die Freie Wohlfahrtspflege verlässliche Rahmenbedingungen und Finanzierung“, mahnt Dietrich Bauer, Vorsitzender der Liga der Freien Wohlfahrtspflege Sachsen. Die Staatsregierung hat in ihrem Entwurf zum Doppelhaushalt diesen Zusammenhang erkannt.
Entscheidend ist dies auch für die Kinder- und Jugendhilfe. Allein 2024 nahmen in Sachsen rund 63.200 Kinder und Jugendliche Hilfen zur Erziehung und Eingliederungshilfen in Anspruch. Das sind 9 Prozent aller unter 18-Jährigen. Hinzu kommen 3.050 Kindertageseinrichtungen mit 378.159 Betreuungsplätzen sowie Angebote der Kinder- und Jugendarbeit im städtischen wie ländlichen Raum. Diese Infrastruktur ist unverzichtbar für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und stärkt zugleich die Entwicklungschancen junger Menschen.
„Investitionen in Kinder und Jugendliche sind Investitionen in Sachsens Zukunft“, so Bauer. „Dass Wohlfahrt auch ein Wirtschaftsfaktor ist, zeigt sich besonders dort, wo soziale Angebote Familien entlasten, Bildungsabbrüche verhindern und jungen Menschen ein gelingendes Aufwachsen ermöglichen.“
Kathleen Jevlasch, Referentin Kinder- und Jugendhilfe der Diakonie Sachsen, ergänzt: „Wenn Schutzräume, Beratungsangebote oder Schulsozialarbeit wegfallen, zahlen Kinder und Jugendliche den höchsten Preis. Die Folgen begleiten sie oft ein Leben lang.“
Kürzungen im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe haben gravierende Auswirkungen: weniger Förderung, längere Wartezeiten, mehr psychische Belastungen und ein erhöhtes Risiko für Bildungsabbrüche. Gleichzeitig steigen Folgekosten in Schule, Gesundheit und Jugendhilfe. Jeder investierte Euro lohnt sich, um gesellschaftliche Folgekosten zu verhindern: Internationale Studien zeigen je nach Maßnahme gesellschaftliche Rückflüsse von 1,19 bis 23,5 Euro pro investiertem Euro.
Die Liga appelliert an Staatsregierung und Landtag, die Kinder- und Jugendhilfe im Doppelhaushalt 2027/28 verlässlich abzusichern. Wer heute in junge Menschen investiert, stärkt langfristig den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Fachkräftebasis im Freistaat.
