Psychosozialen Kontakt- und Beratungsstellen sind niedrigschwellige Anlaufstellen für Menschen mit psychischen Erkrankungen sowie deren Angehörige. Sie verbinden Beratung, Krisenintervention, Gruppenangebote und sozialraumbezogene Netzwerkarbeit.

Psychosozialen Kontakt- und Beratungsstellen sind niedrigschwellige Anlaufstellen für Menschen mit psychischen Erkrankungen sowie deren Angehörige. Sie verbinden Beratung, Krisenintervention, Gruppenangebote und sozialraumbezogene Netzwerkarbeit.

Mit Blick auf die Beratungen zum sächsischen Doppelhaushalt 2027/28 legt die Liga der Freien Wohlfahrtspflege Sachsen noch einmal den Fokus auf Menschen, die Unterstützung am dringendsten brauchen. „Mögliche Kürzungen in der sozialen Infrastruktur treffen nicht nur vulnerable Menschen, sondern schwächen langfristig auch Wirtschaft, Arbeitsmarkt und den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Wirtschaft wächst mit Wohlfahrt – deshalb braucht die Freie Wohlfahrtspflege verlässliche Rahmenbedingungen und Finanzierung“, mahnt Dietrich Bauer, Vorsitzender der Liga der Freien Wohlfahrtspflege Sachsen. Die Staatsregierung hat in ihrem Entwurf zum Doppelhaushalt diesen Zusammenhang erkannt.

 Die Psychosozialen Kontakt- und Beratungsstellen sind niedrigschwellige Anlaufstellen für Menschen mit psychischen Erkrankungen sowie deren Angehörige. Sie verbinden Beratung, Krisenintervention, Gruppenangebote und sozialraumbezogene Netzwerkarbeit. An rund 40 Standorten in Sachsen wurden 2025 mehr als 11.000 Menschen erreicht. Dabei fanden knapp 16.000 Einzelfallberatungen statt; zusätzlich wurden wöchentlich rund 370 Gruppenangebote durchgeführt. Die PSKB leisten damit einen wichtigen Beitrag, damit Hilfen frühzeitig greifen und belastende Krisen gar nicht erst eskalieren.

„Psychische Erkrankungen gehören zu den großen sozialen Herausforderungen unserer Zeit. Niedrigschwellige Unterstützung ist entscheidend, um Chronifizierungen, Isolation und teure Krisenverläufe zu verhindern“, so Bauer. „Gerade im Bereich psychischer Gesundheit zeigt sich, dass frühzeitige Hilfe nicht nur Betroffene und Angehörige entlastet, sondern das gesamte Hilfesystem.“

Konrad Günther, Referent Teilhabe der Diakonie Sachsen, betont: „Psychosozialen Kontakt- und Beratungsstellen sind häufig die erste Anlaufstelle für Menschen in psychischen Krisen. Sie schaffen Stabilität, bevor Situationen eskalieren und stationäre oder hochintensive Hilfen notwendig werden.“

Der wirtschaftliche Nutzen ist erheblich: Während niedrigschwellige psychosoziale Beratung vergleichsweise geringe Kosten verursacht, entstehen bei stationären Aufenthalten oder besonderen Wohnformen deutlich höhere Aufwendungen. Bereits 2025 wurden 133 akute Kriseneinsätze dokumentiert, bei denen Selbst- oder Fremdgefährdung bestand.

Die Liga warnt vor einer weiteren Ausdünnung der Angebotsstruktur. Steigende Personal- und Sachkosten, Fachkräftemangel sowie wachsende bürokratische Anforderungen setzen die Einrichtungen bereits heute unter Druck. Für eine wirksame psychosoziale Versorgung braucht es aus Sicht der Liga eine dauerhaft verlässliche und dynamisierte Finanzierung.