Der Sächsische Bildungsplan ist seit 2006 der Leitfaden für frühkindliche Bildung in Sachsen. Die Liga Sachsen beleuchtet seine Weiterentwicklung und erläutert, welche Punkte aus Sicht der Wohlfahrtsverbände einer Aktualisierung bedürfen.

Der Sächsische Bildungsplan ist seit 2006 der Leitfaden für frühkindliche Bildung in Sachsen. Er ist ein wichtiger Rahmen für die pädagogischen Fachkräfte in Tagespflege, Krippen, Kindergärten und Horte, um Kinder gut beim Aufwachsen zu begleiten. Mit seinen nunmehr 18 Jahren ist er volljährig geworden und benötigt eine Aktualisierung.

Die Liga Sachsen unterstützt, dass zum Jahresbeginn 2025 durch das Sächsische Staatsministerium für Kultus damit begonnen wurde, den Sächsischen Bildungsplan weiterzuentwickeln. Wir begrüßen die Möglichkeit der Beteiligung von Fachpraxis und Zivilgesellschaft über bspw. die Einrichtung eines Online-Beteiligungsportals. Kritisch bewertet die Liga jedoch, dass die Ergebnisse nicht repräsentativ sein dürften. Zudem fehlt es an einer Reflexion des in der Fachpraxis bewährten aktuellen Sächsischen Bildungsplans. Diese hätte sicherlich wertvolle Ergebnisse geliefert. 

Mit Sorge nimmt die Liga Sachsen in der aktuellen Debatte um die Überarbeitung des Sächsischen Bildungsplans wahr, dass „verbindliche Bildungsstandards“ in der Kita eingeführt werden sollen und der Bildungsplan insbesondere mit dem Ziel einer besseren Passfähigkeit von Kindern in der Grundschule überarbeitet wird.1 Der aktuelle Sächsische Bildungsplan beschreibt noch: „Jedes Kind ist ein Individuum, das eine ganz eigene Weltsicht hat und seine individuelle Identität ausprägt, die mehr ist als die Zugehörigkeit zu einem Altersjahrgang, einer Gruppe von Menschen mit besonderen Merkmalen wie Behinderung, Geschlecht, Ethnizität usw. Deshalb benötigt jedes Kind bestimmte, individuelle Unterstützungsleistungen zur Entfaltung seiner Potenziale im Miteinander. Das setzt jedoch voraus, dass diese Potenziale erkannt, wertgeschätzt und nutzbar gemacht werden.“2 Mit der Schwerpunktsetzung auf verbindliche Bildungsstandards besteht in der Praxis die Befürchtung, dass diese zugewandte Sicht auf Kinder und ihre kindliche Entwicklung zukünftig weniger im Mittelpunkt stehen könnte.

Es besteht die Sorge es könne ein an Altersgruppen orientierter Stufenplan Leitgedanke eines neuen Sächsischen Bildungsplans werden. Unterschiedliche Startbedingungen, physische und psychische Voraussetzung und schlicht das Tempo der individuellen Entwicklung von Kindern können aber nicht einfach glattgezogen werden, bestätigen Kindheitsforschung wie Fachpraxis seit langem. Viel mehr erfordern gesellschaftliche Entwicklungen der letzten Jahrzehnte mit einer zunehmenden Pluralität ein stärker differenziertes pädagogisches Handeln in allen Bildungsphasen.

Auch aus diesem Grund möchte die Liga Sachsen mit dem Positionspapier Anregungen für die weitere Entwicklung des Sächsischen Bildungsplanes geben. Die Rückmeldungen aus der Praxis haben wir hier einfließen lassen. Den Abschnitten unserer Ausführungen liegen die vom Sächsischen Kultusministerium angelegten thematischen Facharbeitsgruppen zu Grunde, welche neben dem oben beschriebenen Portal eine weitere Beteiligungsstruktur bieten.

Zum Liga Positionspapier Sächsischer Bildungsplan