Mehr als 600 Menschen nahmen am Kita-Wahlforum der Liga der Freien Wohlfahrtspflege teil

Am gestrigen 8. Juli platzte die Dresdner Dreikönigskirche aus allen Nähten: Mehr als 600 Menschen nahmen am Kita-Wahlforum der Liga der Freien Wohlfahrtspflege teil und machten deutlich: "Zeit, dass sich 'was tut für die frühkindliche Bildung in Sachsen!" In einer äußerst lebendigen Diskussion standen die Landtagsabgeordneten Patrick Schreiber (CDU), Annekatrin Klepsch (LINKE), Dr. Eva-Maria Stange (SPD), Kristin Schütz (FDP) und Annekathrin Giegengack (GRÜNE) Rede und Antwort zur politischen Bilanz in der frühkindlichen Bildung und zu den Aussichten auf bessere Rahmenbedingungen: vom Betreuungsschlüssel bis zur Vor- und Nachbereitungszeit.

Eltern, Erzieher/innen und weitere Praxisexperten auf der Gästebank und im Publikum sprachen Klartext: Sie machten ihrer Empörung und Enttäuschung über die dauerhaft unzureichende Personalsituation in Sachsens Kitas Luft, sprachen die Sorgen zum Kindeswohl in überfüllten Gruppen genauso an, wie die dokumentierten gesundheitlichen Auswirkungen auf die pädagogischen Fachkräfte. Jens Kluge, Zwickauer Kitaleiter, der einen Fahrradkonvoi über drei Tage quer durchs Land zum Dresdner Wahlforum führte: „Die Staatsregierung nutzt derzeit das Berufsethos der Erzieherinnen schamlos aus, die es um der Kinder Willen noch in ihrer Freizeit „schon irgendwie hinkriegen“. Wir sind aber mit unserer Geduld am Ende. Es ist, als würde man jeden Tag mit einem platten Reifen zur Arbeit fahren. Das geht nicht mehr.“

Liga-Vorsitzender und AWO Landesgeschäftsführer Karlheinz Petersen im Resumé: „Gut ist, dass nach jahrelanger Kampagne, politischen Gesprächen und öffentlicher Debatte eigentlich nicht mehr über das „ob“ diskutiert wird, sondern stattdessen die Meinungen in der Umsetzung und Finanzierung auseinandergehen. Für uns bleibt klar: Wir erwarten eine veränderte politische Prioritätensetzung und erste Schritte mit dem nächsten sächsischen Doppelhaushalt. Die dazu am Tag des Wahlforums vorgelegten Eckpunkte der Haushaltsklausur der Staatsregierung sichern nicht mehr als den Inflationsausgleich des derzeitigen Bestands und bieten keinen Spielraum für eine bessere Betreuungsrelation.“

Bereits seit 2009 fordern Sachsens Wohlfahrtsverbände (Arbeiterwohlfahrt, die Caritas, das Deutsche Rote Kreuz, das Diakonische Werk, der PARITÄTISCHE Wohlfahrtsverband sowie die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland) konkret bessere Kita-Rahmenbedingungen. Sie vertreten dabei die 1584 Kindertageseinrichtungen der insgesamt 2815 Kindertages-einrichtungen in Sachsen, handeln aber in ihrer gesellschaftlichen Anwaltsfunktion im Sinne aller sächsischen Kinder. Weitere Initiativen verschiedenster Akteure finden Sie unter: www.weil-kinder-zeit-brauchen.de.

Fotos von der Veranstaltung finden Sie hier.